Working Capital Management (WCM)

Das Bestreben von Unternehmen, bestehende Standorte auszubauen, neue Märkte zu erschließen sowie die Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen, alle diese Schritte sind unmittelbar mit einem Finanzbedarf verbunden. Verfolgt man den Trend aufgrund der Globalisierung speziell in der Fertigungsindustrie so wird klar, dass mit der Erschließung neuer Märkte auch der Wunsch einhergeht, so nahe wie möglich bei den potenziellen neuen Abnehmern zu produzieren.

Durch die Veränderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und des regulatorischen Umfeldes haben sich die Bedingungen für die Finanzierung des Wachstums entscheidend gewandelt. Der erhöhte Wettbewerbsdruck, steigende Material- und Rohstoffpreise und volatile Wechselkurse wirken sich auf die Kosten und das Risiko von Unternehmen aus und damit auf die Refinanzierungsstrukturen.

Zusätzlich haben die Basel-II-Richtlinien sowohl den Zugang zu Fremdkapital erschwert als auch die Konditionen für Kredite verschärft. Aus diesem Grund richtet sich die Suche nach liquiden Mitteln auf die interne Organisation und Prozesslandschaft, um Fehlleistungskosten und verborgene Cash Polster aufzudecken. Unternehmen binden immer noch über 25% ihres Umsatzes im Working Capital (Netto-Umlaufvermögen). Hier bietet sich eine Menge Potenzial für eine Verbesserung der Effizienz des eingesetzten Kapitals.

In diesem Zusammenhang repräsentiert Working Capital Management (WCM) ein Instrument zur Steigerung der Innenfinanzierungskraft. Unter anderem umfasst es alle Planungs-, Steuerungs- und Kontrollaktivitäten, welche darauf ausgerichtet sind, das betriebliche Umlaufvermögen (Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie Vorräte) in Hinblick auf Liquidität und Kapitalrentabilität zielorientiert zu beeinflussen.

 

Bedeutung und Nutzen von Working Capital Management (WCM)

Aktuelle Studien zeigen, dass die Relevanz von Working Capital Management (WCM) unabhängig von der Unternehmensgröße in den letzten Jahren zugenommen hat. So schätzen laut einer Studie 97,5% der befragten Unternehmen WCM als wichtig bis sehr wichtig ein.

Ordnet man die Ziele, die mit einem aktiven Working Capital Management (WCM) verbunden sind nach der Priorität so zeigt sich, dass die Freisetzung von Liquidität und somit die Sicherstellung der Zahlungsfähigkeit mit 83% den wichtigsten Stellenwert bei Unternehmen einnimmt. Darauf aufbauend nimmt die Verwendung der freigesetzten Mittel mit 70% die zweitwichtigste Stellung ein. Eine Reduktion der Verbindlichkeiten führt zu einer besseren Eigenkapitalquote und zu einer Optimierung der Bilanzstruktur. Hier ist zu beachten, dass eine nachhaltige Freisetzung von Liquidität nur über eine Optimierung der Aufbau- und Ablauforganisation, der internen & externen Geschäftsprozesse und Systeme ermöglicht wird und nicht durch kurzfristig und stichtagsbezogene Beeinflussung der Bilanzpolitik. Weitere wichtige Ziele stellen die Erhöhung der Innenfinanzierungskraft mit 48%, die Verbesserung der Ertragslage mit 26% und abschließend mit 17% die Optimierung der WC-Intensität dar.

 

Spannungsfelder im Bereich WCM

Das Working Capital Management (WCM) bewegt sich im Spannungsfeld unterschiedlicher Unternehmensbereiche und Funktionen. Durch deren individuelle Bestrebungen können Zielkonflikte entstehen, was das Ziel des WCM, die Reduktion der Kapitalbindung, gefährden kann. Die Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung eines nachhaltigen Working Capital Management ist die Implementierung von entsprechenden WCM-Richtlinien speziell in den folgenden Bereichen:

  • Order-to-Cash (Auftragsbearbeitung, Kredit-, Einspruchs- und Inkassomanagement, Rechnungslegung, Auszifferung).
  • Purchase-to-Pay (Einkauf, Wareneingang, Rechnungseingang, Rechnungsprüfung, Zahlungsausführung).
  • Forecast-to-Fulfill (Forecasting, Bedarfsplanung, Bearbeitung der Bedarfsanforderung).


Um den Erfolg vom WCM zu gewährleisten, müssen die einzelnen Interessen von Funktionen und Bereichen dem Gesamtziel - der Unternehmenswertsteigerung - unterworfen werden. Eine detaillierte Regelung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten, Prozessabläufen, Kommunikationsstrukturen und –wege, Zielen, KPI und Planungs- und Reportingstrukturen ist in diesem Zusammenhang für den Erfolg entscheidend.

 

Der Weg zur Einführung eines Working Capital Managements

Auf Basis einer ersten Ist-Analyse aller relevanten Daten aus dem ERP-System, der gegenwärtigen Organisationsstrukturen und Prozesse und der Wert- und Mengengerüste werden die wichtigsten strategischen und operativen Working Capital Treiber identifiziert, welche Auswirkungen auf die Kapitalbindung haben und kurzfristig optimiert werden können.

Komplexere Sachverhalte und funktionsübergreifende Prozesse, die Auswirkung auf das Working Capital Management haben, werden im Detail im Rahmen von Workshops mit den Bereichsverantwortlichen bottom-up analysiert und die langfristige Performance des Working Capitals anhand von Benchmarks bewertet. Dies bildet die Grundlage für alle weiteren Optimierungsmaßnahmen, deren gemeinsame Implementierung und die Erstellung und Festlegung von entsprechenden Working Capital Management Richtlinien. Auf diesem Wege schaffen wir gemeinsam mit Ihnen Transparenz und unterstützen Sie bei der nachhaltigen Verankerung der Steuerungsgrößen in Ihrem Controlling-System.

Die WINTER MANAGEMENT CONSULTING GmbH unterstützt Sie bei Ihrem Vorhaben zur Implementierung eines Working Capital Management (WCM) und der vollständigen Integration dieses Managementansatzes in Ihr Unternehmen.

Für nähere Informationen zu unseren Leistungen in diesem Bereich kontaktieren Sie bitte den Ansprechpartner der WINTER MANAGEMENT CONSULTING GmbH per E-Mail office@winter-m-consulting.at oder telefonisch unter folgender Nummer: +43 (3858) 3848-11.