Die Kapitel im Überblick:
Mit dem Trend zur Kapitalmarktorientierung, hervorgerufen durch die hohe Dynamik des internationalen Wettbewerbsumfeldes, geht eine entsprechende Harmonisierung der internationalen Rechnungslegung mit hohen Publizitäts- und Transparenzanforderungen, immer kürzer werdenden Berichtszyklen und der Ausrichtung der Unternehmenslenkung an veröffentlichten Zahlen und Vorgaben der Kapitalmärkte einher und erhöhen den Druck auf die Unternehmen. Aufgrund der ursprünglichen Informationsbedürfnisse von Management und externen Adressaten sowie der HGB-Rechnungslegung mit Fokus auf den Gläubigerschutz und einer konservativen Gewinnermittlung, bestand bisher eine Trennung zwischen externen und internen Rechnungswesen. Nun müssen die bestehenden Reporting-Systeme überdacht und an die neuen Bedingungen angepasst werden.
Betroffen sind primär kapitalmarktorientierte Unternehmen, die dazu gezwungen sind, ihre kommunizierten erwarteten Verzinsungen und die wertorientierten Bewertungsprinzipien der internationalen Rechnungslegung intern in den Berichten und Planungssystemen der einzelnen Segmente, Sparten und Geschäftsfeldern zu verankern und abzubilden.
Auch größere, nicht an den Kapitalmärkten gehandelte und eigentümergeführte Unternehmen können sich den geänderten Bedingungen nicht entziehen. Eine Gruppe von Unternehmen waren durch Gründung von Tochterunternehmen im Ausland oder durch Zusammenschlüsse, Kooperationen oder Fusionen dazu gezwungen, sich den internationalen Herausforderungen zu stellen. Im Bereich der Kreditfinanzierung sind die Anforderungen an den Informationsgehalt und die Kürze der Zyklen entsprechend gestiegen.
Die Weiterentwicklung der Planungs-, Controlling- und Reporting-Systeme (Finanzorganisation) in Richtung einer ganzheitlichen Unternehmenssteuerung ist die natürliche Konsequenz, um die geforderte Transparenz zu erzielt.
Aufgabenbereiche des Reporting und Controlling
Das Reporting und Controlling deckt eine Vielzahl von Aufgabenbereichen ab. Sie reichen von der strategischen und operativen Planung, über Informationssysteme, Ad-hoc-Analysen bis hin zur Konsolidierung und der Liquiditätssteuerung. Befragte Unternehmen – unabhängig vom jeweils gewählten Rechnungslegungsstandard – sehen die Bereiche „Internes Monats- und Quartalsreporting“, die „Koordination von Budgets“ und die Erstellung von „Plan-Ist-Analysen“ als die dominierenden Hauptaufgaben. Lediglich bei den Themen Liquiditätssteuerung, der Abwicklung der Kostenrechnung und der Beurteilung von Projekten gehen die Meinungen auseinander.
Gegenwärtige Methoden
Im Reporting und Controlling werden unterschiedliche Instrumente und Methoden eingesetzt. Die unten angefügte Übersicht zeigt die präferenzierten Tools gegliedert nach Top-, Middle- und Lower-Management:
Entwicklungen im Reporting und Controlling
Analysen in ausgewählten Bereichen des Reporting und Controlling haben folgende Trends und Entwicklungen bei Unternehmen gezeigt:
Geschäftsbereichscontrolling und Divisions- bzw. Segmentberichterstattung:
Ein Reporting und Controlling aufgeteilt nach Segmenten oder Geschäftsbereichen ist Standard in den meisten Unternehmen, unabhängig von den verwendeten Rechnungslegungsvorschriften. Es wird monatlich oder quartalsweise durchgeführt. Die Abgrenzung der einzelnen Geschäftsbereiche erfolgt auf der Produktgruppenebene, nach Absatzmärkten oder nach interner Ergebnisverantwortlichkeit (z.B. Profitcentersteuerung), wobei der Hauptadressat hier primär das Top Management ist. Auch eine Konsolidierung der einzelnen Unternehmensbereiche wird in den meisten Unternehmen durchgeführt.
Projektcontrolling / F&E Controlling:
Die Mehrheit der Unternehmen führt eine Kosten- und Leistungserfassung bzw. Stundenaufzeichnung bei längerfristigen Aufträgen und Entwicklungsprojekten durch. Zu erwartende Gesamtherstellkosten werden von ca. 50% der Unternehmen, die ein Projektcontrolling durchführen in monatlichen Intervallen erhoben, um den Grad der Fertigstellung zu ermitteln. Speziell Unternehmen, die in IFRS oder US-GAAP bilanzieren, vollziehen eine Aufteilung der Kosten- und Zeitaufzeichnungen in den Bereichen F&E und G&A. Die favorisierten Tools in diesem Feld sind Kostenplan/Budget, Ressourcenplan und Termin-/Zeitplan.
Investitions- und Anlagencontrolling:
Im Bereich der Anlagenbuchhaltung verfügen viele Unternehmen, unabhängig vom verwendeten Rechnungslegungsstandard, über einen zweiten Bewertungsbereich und teilen ihre größeren Anlagen in wesentliche Komponenten auf, was generell der Philosophie des IFRS-Ansatzes entspricht. Auch Großreparaturen werden gesondert in der Buchhaltung erfasst. Grund dafür ist die Anpassung an internationale Standards hinsichtlich möglicher abweichender Nutzungsdauer, Anschaffungs- bzw. Herstellkosten.
Immobiliencontrolling:
Die Tendenz im Bereich der Bewertungsverfahren für Immobilien und Liegenschaften geht in Richtung gemischter Sachwert- und Ertragswertverfahren sowie marktbezogener Vergleichswertverfahren. Unternehmen, die nach internationalen Rechnungslegungsstandards bilanzieren, bedienen sich zudem auch noch des Discounted-Cash Flow Verfahrens zur Bewertung.
Risk Controlling:
In etwa nur die Hälfte der Unternehmen betreibt aktiv ein Risk Controlling, wobei der Trend bei IFRS- bzw. US-GAAP Unternehmen tendenziell stärker ist als bei Unternehmen, die nach dem HGB bilanzieren. Zu den häufigsten Risiken, die überwacht werden, zählen Fremdwährungs-, Beschaffungs-, Absatz-, Kredit- und Bonitäts-, Zinsänderungs-, Haftungs-, Technologie-, Personal- bzw. organisatorische- und Liquiditätsrisiken. Die Berechung von Zeitwerten und Fair Values wird eher von Unternehmen mit internationalen Rechnungslegungsstandards durchgeführt. Die Tools im Risk Controlling sind großteils ähnlich wie z.B. realwirtschaftliches Hedging durch Produkt- und Marktdiversifikation oder finanzwirtschaftliches Hedging durch Finanzinstrumente.
Unternehmensbewertungsverfahren:
Die mehrheitlich verwendeten Methoden zur Unternehmensbewertung sind das Discounted-Cash Flow-, das Ertragswert- und das Substanzwertverfahren. Liquiditätswert- und Mittelwertverfahren werden eher zur Bewertung von HGB-Unternehmen herangezogen. Unterschiede gibt es bei der Risikoberücksichtigung im Rahmen der Bewertung. So wird der Unsicherheitsfaktor häufig in Form eines durchschnittlichen Kapitalkostensatzes WACC (Weighted Average Cost of Capital) dargestellt und berücksichtigt. Umsatzgenerierende Einheiten der Unternehmen mit internationalem Rechnungslegungsstandard werden meist auf Standort- bzw. Segmentebene oder auf Profitcenter- oder Produktbasis abgebildet.
Der Weg zur Optimierung Ihrer Finanzorganisation
Im Rahmen einer entsprechenden Ist-Analyse werden zunächst die Anforderungen und der gegenwärtige Stand des Reporting und Controlling bzw. der Finanzorganisation erhoben, um in weiterer Folge aktuellen Managementmethoden und der Best Practice gegenübergestellt zu werden. In Abstimmung mit den individuellen Unternehmenszielen können so kurz-, mittel- und langfristige Meilensteine definiert und verabschiedet werden. Auf diesem Weg schaffen wir gemeinsam mit Ihnen ein optimiertes Reporting und Controlling, damit Sie für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet sind.
Die WINTER MANAGEMENT CONSULTING GmbH unterstützt Sie bei Ihrem Vorhaben zur Implementierung eines entsprechenden Controlling und Reporting und der vollständigen Integration dieses Managementansatzes in Ihr Unternehmen.
Unsere Leistungen
Die WINTER MANAGEMENT CONSULTING GmbH bietet ihren Kunden in diesem Bereich unter anderem folgende Leistungen an:
- Aufbau des Reporting & Controlling.
- Gestaltung des Berichtswesen.
- Implementierung, Begleitung und Betreuung des Budgetierung Prozesses.
- Aufbau und Betreuung der Kostenrechnung (Kostenstellen-, Kostenträger-, Investitionsrechnungen).
- Externes laufendes Reporting & Controlling als Dienstleistung.
- Liquiditätsplanung.
- Finanzierungsunterstützung.
Für nähere Informationen zu unseren Leistungen in diesem Bereich kontaktieren Sie bitte den Ansprechpartner der WINTER MANAGEMENT CONSULTING GmbH per E-Mail office@winter-m-consulting.at oder telefonisch unter folgender Nummer: +43 (3858) 3848-11.


