ISO/TS 16949:2009

ISO/TS 16949:2009, VDA 6.1 - VDA 6.4 - Weltweite Standards der Automobil- und Zuliefererindustrie

ISO/TS 16949

Vor dem Hintergrund dynamischer globaler Märkte und verkürzter Entwicklungszeiten liegt der Fokus der Automobil- und Zulieferindustrie auf einer einheitlichen strategischen Qualitätssicherungsstrategie. Grundlage dafür ist die ISO/TS 16949. Sie vereint existierende allgemeine Anforderungen an Qualitätsmanagementsysteme der Automobilindustrie in Europa und den USA. Die neue Ausgabe der ISO/TS 16949 liegt seit dem 15. Juni 2009 vor. Im Rahmen der Überarbeitung der Technischen Spezifikation (TS) ist die Anpassung an DIN EN ISO 9001 vorgenommen worden.

Damit wurde die ISO 9001:2008 mit ihrer neuen Struktur und dem Modell der Prozessorientierung zum Basisstandard für automobilspezifisch ausgerichtete QM-Systeme. Mit der ISO/TS 16949 ist die Erwartung verbunden, voraussichtlich für viele Jahre weltweit einen Basisstandard für QM-Systeme in der Automobilindustrie zu erhalten.

Die ISO/TS 16949 wird neben der International Automotive Task Force (IATF), vertreten durch die europäische und amerikanische Automobilindustrie, auch durch die Japan Automobile Manufacturers Association, Inc. (JAMA) unterstützt, wodurch die weltweite Akzeptanz weiter gestärkt werden konnte.

 

VDA 6.1

Die VDA 6.1 ist grundsätzlich ein Standard deutscher Automobilhersteller, der von der EAQF in Frankreich oder der AVSQ in Italien als gleichwertig zu den nationalen Standards anerkannt wird. Unter anderem fordert der VW-Konzern heute immer noch die Zertifizierung nach VDA 6.1 von allen Direktlieferanten, erkennt aber die ISO/TS 16949:2009 als gleichwertig an.

Die ISO 9001:2008 bildet die Basis der VDA 6.1, deren Inhalte um brachenspezifische Anforderungen erweitert wurden. Der Schwerpunkt liegt auf der Produkthaftung und -sicherheit, Mitarbeitermotivation sowie einer klaren Strategie mit dazugehöriger Finanzplanung zum QM-System.
Sie bietet weiters einen umfangreichen Fragenkatalog und entsprechenden Bewertungsrichtlinien zur Bewertung eines QM-Systems.

Grundsätzlich eignet sich die VDA 6.1 hervorragend für die 2. und 3. Ebene der Zulieferer und ermöglicht im Gegensatz zur ISO/TS 16949:2009, eine sehr gute Aussage über die Performance des jeweiligen Unternehmens, da es ein messendes Verfahren darstellt.

 

VDA 6.2

Die VDA 6.2 Norm gestattet es, den Nachweis der Erfüllung der Anforderungen der Automobilindustrie in Bereichen zu erbringen, in denen gegenwärtig keine Zertifizierung nach ISO/TS 16949 möglich ist.
Sie richtet sich speziell an Lieferanten von Dienstleistungen (z.B. Speditionen, Wartungsfirmen, Handelsgesellschaften) in der Automobilbranche. Laut den Forderungen der VDA 6.2 ist der Aufbau prozessorientiert gestaltet und beinhaltet Elemente des Total Quality Management (TQM).

Die Einführung der Norm VDA 6.2 repräsentiert eine Ergänzung zur Einführung eines Managementsystems nach ISO 9001:2008 und bietet ein neues Bewertungsverfahren, das mögliche Risiken berücksichtigt und eine hohe Aussagekraft über das Managementsystem besitzt.

 

VDA 6.4

Aufgrund der Tatsache, dass das QM-System VDA 6.1 nicht für Hersteller von Produktionsmitteln geeignet ist, wurde der Standard 1999 adaptiert und ein neuer Standard, zugeschnitten auf die Bedürfnisse dieser Zielgruppe, erstellt. Die VDA 6.4 repräsentiert heute einen eigenständigen Standard, der durch seine Einzigartigkeit glänzt.

Der Fokus der VDA 6.4 liegt auf der Branchengruppe der Lieferanten von Produktionsmitteln bei denen unter anderem die folgende Dinge verstanden werden: Maschinen, Anlagen, Vorrichtungen & Werkzeuge sowie Prüf- bzw. Messteile.

Durch die VDA 6.4 besteht die Möglichkeit für Lieferanten, Anforderungen der Automobilindustrie in Bereichen zu erfüllen, die durch die Einführung eines Managementsystems nach ISO/TS 16949 gegenwärtig nicht möglich ist. Unter anderem sind Hersteller von Werkzeugen und Sondermaschinen, Anlagen- und Vorrichtungsbauer und Produzenten von Umlaufverpackungen davon betroffen.

 

VDA 6.3

Der Standard zur Durchführung von Prozessaudits wurde in Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie entwickelt. Prozessaudits bilden das Bindeglied zwischen System- und Produktaudits. Das Prozessaudit nach VDA 6.3 stellt ein wesentliches Instrument zur Prozessüberwachung dar, bei dem die Qualität von Prozessen im Verlauf der Audits bewertet wird.

Prozessaudits haben den Zweck, die Qualitätsfähigkeit zu beurteilen. Auf diese Art und Weise sollen fähige und beherrschte Prozesse entstehen, die robust gegenüber Störgrößen sind. Durch ein Prozessaudit kann der Produktentstehungsprozess, die Serienproduktion, der Dienstleistungsentstehungsprozess und deren Erbringung überwacht werden.

Prozessaudits nach VDA 6.3 können intern wie auch extern angewendet werden. Unternehmen nutzen Prozessaudits, weil sie ihre Prozesse gestalten und verbessern möchten.

Motive zur Durchführung von Prozessaudits:

  • Bewertung des Reifegrads hinsichtlich Produkt- oder Prozessfreigabe.
  • Sicherstellung der Produkt- und Prozessabläufe.
  • Beurteilung der Unterlieferanten bezüglich Qualitätsfähigkeit.
  • Analyse von Produkt- oder Prozessproblemen.
  • Überwachung von kontinuierlichen Verbesserungsprozessen (KVP).
  • Störungen in der Lieferkette.
  • Sicherstellung von Verfügbarkeit.
  • Schwachstellen- und Risikoanalyse / Prävention.

 

Motivation und Nutzen

Die ISO/TS 16949 stellt heute einen weltweit anerkannten Qualitätsstandard in der Automobilindustrie und der Zulieferindustrie dar und hat wesentlich zu einer Vereinheitlichung der Anforderungen an Managementsysteme in der Automobilindustrie beigetragen. Früher mussten häufig Mehrfachzertifizierungen durchgeführt werden, da es in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Standards wie z.B. QS 9000 in den USA, VDA 6.1 / VDA 6.2 / VDA 6.3 in Deutschland, EAQF in Frankreich und AVSQ in Italien gab und diese untereinander nicht anerkannt wurden. Heute wird die ISO/TS 16949 weltweit von allen Automobilherstellern anerkannt und teilweise sogar zwingend zur Zertifizierung vorgeschrieben.

  • Neue Struktur, die vollständig auf der ISO 9001:2008 basiert - der Wortlaut der ISO 9001 ist eingerahmt und durch die automobilspezifischen Forderungen ergänzt.
  • Erweiterung des Geltungsbereiches - Anwendung in der gesamten Lieferkette der Automobilindustrie möglich.
  • Einzelne Inhalte wurden überarbeitet bzw. nicht übernommen - z.B. Zugang zu Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen.
  • Aufzählungen, die Beispiel- oder Erklärungscharakter hatten, wurden in den Leitfaden zur ISO/TS 16949 übernommen.

 

Rahmenbedingungen der neuen ISO/TS 16949:2009

1. Zertifizierungsvorgaben:

  • Anforderungskatalog ISO/TS 16949:2009
  • Auditfragenkatalog zur ISO/TS 16949:2009
  • Zertifizierungsregeln zur ISO/TS 16949:2009

2. Leitfaden zur ISO/TS 16949:2000

  • Enthält empfohlene Beispiele, Praktiken, Veranschaulichungen und Erläuterungen der Automobilindustrie.
  • Gibt Hilfestellung bei der Anwendung, um die Anforderungen der Spezifikation besser zu erfüllen.
  • Dient nicht der Zertifizierung oder vertraglichen Zwecken.

 

Überblick der Automobilhersteller

Gegenwärtig akzeptieren ca. 30% der mehr als 100 weltweit existierenden Automobilhersteller die Forderungen der ISO/TS 16949:2002. Neben den IATF-Mitgliedern, schließen sich auch große asiatische Automobilhersteller an, wobei eine Vielzahl differenzierte Forderungen an QM-Systeme des eigenen Konzerns und an jene der Lieferanten stellen. Derzeit akzeptieren folgende Automobilhersteller den ISO/TS 16949:2002 Standard:
 

BMW GroupGeneral Motors
  
Chrysler LLC.PSA Peugeot Citroen
  
Daimler AGRenault - Nissan Group
  
Fiat Auto S.p.A.Toyota Motor
  
Ford Motor CompanyVolkswagen AG

 

Unsere Leistungen

  • Aufnahme des IST-Zustandes anhand der ISO/TS 16949 und VDA 6.1 – 6.4 Checklisten.
  • Einführung der am Projekt beteiligten MitarbeiterInnen.
  • Beratung und Unterstützung beim Aufbau bzw. Anpassung Ihres MM-Systems gemäß den Anforderungen der neuen ISO/TS 16949 und VDA 6.1 – 6.4.
  • Erstellung der notwendigen MM-Dokumentation mit MM-Handbuch, Prozessbeschreibungen, Anweisungen und Hilfsmittel.
  • Durchführung und Auswertung von internen Audits.
  • Unterstützung bei der Erhebung und Planung von Mitarbeiterschulungen sowie Durchführung von Mitarbeiterschulungen.
  • Angebotslegung für die Zertifizierung des MM-Systems durch unseren langjährigen Partner BUREAU VERITAS.
  • Unterstützung während des gesamten Zertifizierungsprozesses.

Für nähere Informationen zu unseren Leistungen in diesem Bereich kontaktieren Sie bitte den Ansprechpartner der WINTER MANAGEMENT CONSULTING GmbH per E-Mail office@winter-m-consulting.at oder telefonisch unter folgender Nummer: +43 (3858) 3848-11.